Wir hatten die Nachlieferung des sportlichen Teils des 57. Bergrennen Eichenbühl versprochen. Was wir natürlich einhalten.
Das fangen wir mit Vollgas an. Mit dem Blick in den NSU-Bergpokal, der seine große 25-Jahre-Party abhielt. Mit einem großen Platz im Fahrerlager, wo es nicht nur die gewohnten Bergpokal-Renner zu bestaunen gab, sondern auch seltene Derivate und Autos von Gästen, die zum Teil von weither angereist waren. So wie zum Beispiel Erwin Mandl aus der Steiermark. Nach dem Training wurde das alles als Korso auf der Rennstrecke präsentiert. Eröffnet wurde das Feierwochenende übrigens bereits am Freitagabend mit dem Fußballspiel NSU-Bergpokal gegen KW Berg-Cup.

Leider war kein DFB-Talentscout vor Ort. Denn einige Teammitglieder bewiesen, dass sie mit ihren Füßen weit mehr können, als Pedale bedienen. Der Endstand des Matches mit Drive und Elan lautete 2:1 für den KW Berg-Cup. Über eine Revanche wird bereits nachgedacht.

So, nach dem Feier- der Rennbericht. Die Abordnung der Neckarsulmer Heckmotor-Flitzer ist mit 14 Startern stark vertreten. Die jüngere Fahrergeneration gibt das Tempo vor. Die Poleposition schnappt sich Korbinian Gast 0,335 Sekunden vor Jannik Hofmann und Christian Hindmarsh. Am Renntag dreht sich die Reihung an der Spitze. Jannik Hofmann ist in beiden Race-Heats der schnellste Pilot, er gewinnt in der Addition beider Wertungsläufe 1,983 Sekunden vor Korbinian Gast und Christian Hindmarsh.

Auf Position vier taucht in Form von Dieter Kohl bereits der Beste der Klassik-Wertung auf, Fünfter wird final Andreas Kuhnert. Rang zwei der Klassiker sichert sich Wolfgang Weigert, gefolgt von Sascha Dopieralski und Roman Szott.
Die Gruppe Klassik der vor 1999 gebauten Tourenwagen beginnt mit den 1150ern.

Hier darf sich Tobi Stegmann mit seinem Schneider Audi 50 im Training über die Bestzeit freuen. Im Rennen dreht allerdings Jürgen Hessberger im Fiat 127 Sport Martini Racing die Reihung um, gewinnt vor Tobias Stegmann und Rolf Rauch mit seinem Fiat 128 Rally. Vierte ist im Fiat 850 Spezial Jennifer Kaufel-Meier. Alle Autos sind 8-Ventiler. Da aber Jürgen Hessberger 2026 nicht in den KW Berg-Cup eingeschrieben ist, heißt die KW 8V-Trophy Besetzung Tobi Stegmann, Rolf Rauch und Jennifer Kaufel-Meier.

Stolzes Nennergebnis ebenfalls in der 1,4-Liter-Klasse. 17 Fahrzeuge nehmen das Training auf. Wenig überraschend setzt Armin Ebenhöh mit dem VW Minichberger Scirocco 16V die Bestmarke. Teil zwei der imaginären ersten Startreihe beansprucht 8-Ventiler-Pilot Nils Abb (VW Schneider Polo 2) für sich. An seinem Heckdiffusor klebt der Schweizer Gast Andreas Helm im ex-Franz-Weißdorn VW Polo 16V. Ihm fehlen auf Nils lediglich zwei Zehntelsekunden. Rennlauf eins prägen zwei Dinge: Thomas Pröschel schaltet auf Angriffsmodus, sprintet im VW Schneider Corrado 16V auf Position zwei nach vorne, liegt dort 2,009 Sekunden hinter Armin Ebenhöh zurück. Andreas Helm schiebt sich an Nils Abb vorbei. Er ist nun Dritter, Nils Vierter.

Das Spitzentrio Ebenhöh – Pröschel – Helm hat auch im Finale Bestand. Dahinter gibt es noch Änderungen. Florian Hübel gelingt mit einem fulminanten zweiten Run der Sprung auf Platz vier, schiebt damit Nils Abb auf Position fünf zurück. Die Top Ten komplettieren Thomas Kohler im Fiat X1/9 16V, Thomas Grimm (VW Schneider Polo 1 16V), Jörg Davidovic mit seinem NSU TT 16V, Colin Lohmann im VW Selfmade Polo 1 16V und Simon Markert (VW Schneider Polo 8V). Nils Abb steht auf dem 1400er KW 8V-Trophy Podest in der Mitte oben, flankiert von Simon Markert als Zweitem und Frank Lohmann (VW Polo 86C) als Drittem.
Die 1,6-Liter sortieren sich in Rennlauf eins so, wie das Training geendet hat. Hans Peter Eller sorgt mit seinem Opel Kadett C Coupé 16V für die schnellsten Zeiten, gefolgt von Tobias Auchter (Opel Corsa A GSI 16V), Robert Maslonka im VW Polo 86C G60 und Ronny Hering mit seinem nach Gruppe 2 Regeln aufgebauten VW Scirocco.

Leider hat die böse Defekthexe einen kleinen Abstecher nach Eichenbühl unternommen. Was bewirkt, dass sich Tobias Auchter und Ronny Hering für den zweiten Durchgang abmelden müssen. Damit Klassensieg für Hansi Eller und Rang zwei für Robert Maslonka.
Zwei Opel Kadett C Coupés bestimmen das Geschehen in der Abteilung bis 2000 Kubikzentimeter. Das sind Bernd Ehrle im Minichberger Kadett und Lars Heisel mit seinem Böhm C Coupé, beides sind 16-Ventiler. Im Training und ersten Race Heat ist Marvin Ruwe (VW Minichberger Golf 1 GTI 16V) als Dritter der nächste Verfolger des Opel-Duos. Dies ultraknapp, 0,214 Sekunden vor Werner Weiss mit seinem Ford Escort RS 1800. Im zweiten Lauf zieht Routinier Werner Weiss am Youngster Marvin Ruwe vorbei.

Damit ist der Endstand auf den ersten vier Rängen hergestellt. Auf Position fünf ist Michael Rauch im Opel Briegel Kadett bester Pilot eines Fahrzeugs mit 8-Ventil-Motor. Direkt hinter ihm laufen seine 8V-Kollegen Johann Hatezic (Opel Ascona B Frank) und Michael Dandl mit seinem BMW der E30 Baureihe ein.
Bis 3000 Kubikzentimeter sieht alles nach einem ungefährdeten Erfolg für Alexander Wolk im VW Golf 2 Minichberger aus.

Er gewinnt das Training und Race-Heat eins, hat da jeweils einen beruhigenden Vorsprung auf Thomas Claus (Opel Kadett C Coupé 16V). Diesem folgt im Windschatten Marcel Gapp mit seinem BMW M3 E36. Der Abstand beträgt 0,197 Sekunden. Marcel legt daraufhin noch eine Schippe nach, zaubert mit 1:27,846 die klare Klassenlaufbestzeit auf das Eichenbühl-Parkett. Mit seinem Sturmlauf kommt er noch bis auf 0,133 Sekunden an Alexander Wolk heran, wird damit final Zweiter vor Thomas Claus. Auf Rang vier ist Felix Bürker (Opel Frank Kadett C Limo) Gewinner der 3-Liter KW 8V-Trophy.
Die Klasse über drei Liter Hubraum ist fest in Schweizer Hand. Vanessa Zenklusen gibt im Subaru Impreza Type R die Pace vor. Dahinter duellieren sich Thomas Schmid (BMW E30) und Marc Längerer mit seinem VW Weißdorn Scirocco um Position zwei und drei.

Thomas Schmid liegt nach der ersten Wertungsauffahrt knappe 0,92 Sekunden vor Marc Längerer. Der Letztgenannte wandelt diesen Rückstand im Finale auf einen Vorsprung von 0,905 Sekunden um. Damit ist er Zweiter vor Thomas Schmid.
Damit ist der Überblick über die Gruppe Klassik komplett, liebe NSU-Bergpokal und KW Berg-Cup Fans und Freunde. Zeitnah folgt der Bericht über die Gruppe der nach Performancefactor-System eingeteilten Fahrzeuge. Im Anschluss daran gibt es dann den St. Agatha Rennbericht sowie eine Vorschau auf Mickhausen.
Uli Kohl, 28.09.2026
