
Eines haben FIA European Hill Climb Championship, NSU-Bergpokal und KW Berg-Cup gemeinsam: Es ist der jeweils fünfte Lauf im Kalender. Der Blick auf die knapp 140 Autos umfassende Nennliste des 27. Int. ADAC Glasbachrennen verheißt großen Sport. 109 Top-Tourenwagen werden erwartet, darunter 52 Pilotinnen und Piloten aus NSU-Bergpokal und KW Berg-Cup. Sie treffen nicht nur auf die europäische Berg-Elite, sondern auch auf Spitzenfahrer aus Luxemburg und Österreich, die auf der 5,3-Kilometer-Strecke ebenfalls um Zähler für ihre Landesmeisterschaften fighten. Und natürlich ist die Deutsche Automobil-Berg-Meisterschaft mit von der Partie. Nicht zu vergessen das erlesene Feld von fast 35 Sportwagen.
Dreh- und Angelpunkt des Geschehens ist der Fahrerlagerort Steinbach bei Bad Liebenstein. Seit jeher wird der Berg-Tross dort mit offenen Armen, Toren, Plätzen und Garagen empfangen, die Einwohner leben das Bergrennen total mit. Diese Gastfreundschaft strahlt auch auf die Teilnehmer aus, hebt die Motivation noch um einige Extragrad an. Die Strecke im Thüringer Wald ist die längste im deutschen Kalender, sie gilt außerdem als die modernste in Europa, setzt zum Beispiel mit ihrer Absicherung per Lichtsignal hohe Standards. Gerne wird gerade der untere Teil bis zur Schikane als Eiskanal bezeichnet, der größtenteils zwischen Leitplanken und Betonelementen verläuft. Millimetergenau gilt es hier durchzuzirkeln, Präzision ist Voraussetzung. Im oberen Teil wird die Piste schneller, bevor es mit einer Linkskehre Richtung Ziel geht.
Am Freitag ist nach Prüfung der Dokumente und Technischer Abnahme um 18:30 Uhr eine Pressekonferenz angesetzt, gefolgt von Eröffnungszeremonie und Race Party. Diese wiederholt sich am Samstag ab 20 Uhr nach den drei Trainingsläufen. Das sportliche Geschehen auf der Strecke beginnt jeweils um 08:30 Uhr. Sonntags startet der zweite, finale Race Heat um 12:00 Uhr, etwa 90 Minuten nach der letzten Rückführung findet auf dem Marktplatz in Steinbach die Siegerehrung statt.
Das ist dann der Abschluss eines großen Bergrennsportwochenendes, das ihr euch nicht entgehen lassen solltet, liebe NSU-Bergpokal und KW Berg-Cup Fans. Gerade in der Auseinandersetzung mit dem Klassefeld brauchen wir eure Unterstützung. Wir vom Berg-Cup e.V. und der Veranstalter RSG Altensteiner Oberland freuen uns auf euch. Und denkt bitte daran: Nur eine Woche später wartet mit dem Iberg bereits das nächste Highlight auf uns.
Uli Kohl, 09.06.2026
Beeindruckend schöne Landschaft, freundliche Leute, ausgefeilte Organisation, top Fahrerlager, absolut fordernde, steil ansteigende 1,758 Kilometer Strecke, flüssige Abwicklung, vier Trainings- und drei Rennläufe, von denen die besten zwei zur Wertung herangezogen wurden, zeitnahe Siegerehrung. Racing-Herz, was willst du eigentlich mehr? Das Bergrennen Hemberg lässt wenig Spielraum für weitergehende Wünsche. Dass an beiden Tagen der Zeitplan nicht ganz eingehalten werden konnte, lag an diversen Vorfällen, die der Veranstalter nicht zu verantworten hatte. Die längste Unterbrechung des Sonntags löste der Unfall eines Schweizer BMW-Piloten aus, der mit dem Helikopter ins Klinikum geflogen wurde. Von dort kam schon bald Entwarnung. Ein Wirbelbruch, der keine OP nötig macht, sondern von selbst heilen wird.
Damit zum puren Sport. Die KW Berg-Cup Truppe verkleinerte sich durch Absagen bereits vor dem Start. Die genannten Gründe reichen von Wolsfeld-Nachwehen bis zum simplen „Auto nicht fertig“. So, bevor wir loslegen können, noch ein kurzes Wort zum Thema Wertung. Die Hemberg Klasseneinteilung richtete sich rein nach Hubraum, vereinnahmte also auch die KW Berg-Cup Teilnehmer der Division Performancefactor (Pf). Für die Meisterschaft musste, wie in unserer Ausschreibung vorgesehen, daher nachträglich ein nach Klassik und Pf getrenntes Ergebnis erstellt werden. Und genau über dieses, das natürlich vom Tagesresultat abweicht, sprechen wir im folgenden Text.
Die 1400er Klassikabteilung litt am stärksten unter den Absagen, blieb aber mit ihren vier Startern selbständig. Armin Ebenhöh konnte erst spät anreisen und deshalb nur an zwei Trainingssitzungen teilnehmen. Was für ihn aber kein Hindernis war. Mit seinem VW Minichberger Scirocco 16V gewann er souverän vor Thomas Kohler im Fiat X1/9 16-Ventiler. Nur 0,80 Sekunden dahinter platzierte sich René Christall, dessen Simca Rallye 2 in der Schweiz tadellos funktionierte, als Dritter, war zugleich KW 8V-Trophy Gewinner. Auch Rang vier ging mit Youngster Luca Fuchs an einen 8-Ventiler Piloten.
Klassik-1600er und 2-Liter rannten in der Schweiz miteinander. Leider musste Ronny Hering am Samstagabend die Segel streichen. Verdächtig laute Geräusche aus dem Getriebe seines VW Scirocco Gr. 2 stellten sich gegen ein Weitermachen. Also blieb der offene Schlagabtausch zwischen Tobias Auchter (Opel Spiess Corsa A GSi) und Werner Weiss im Ford Escort RS 1800. Daraus ging schlussendlich Tobias Auchter als Sieger hervor, sein Vorsprung betrug nach zwei Läufen 0,76 Sekunden.
Die Klasse bis 3000 Kubikzentimeter glich einem Opel Kadett C Markenpokal. Mit einer 8-Ventiler Frank Limousine gegen drei 16V-Coupés. Von Anfang an ließ Michael Ostermann keine Zweifel an seinen Sieg-Ambitionen aufkommen. Er gewann klar vor Thomas Claus, der mit einem störrischen Keilriemen und einer gelb-roten Flagge zu kämpfen hatte. Podestplatz drei samt KW 8V-Trophy Pokal sicherte sich Roland Christall. Edi Bodenmüller, nach längerer Pause wieder im Einsatz, legte sich im Training mit der Streckenbegrenzung an, was das Hemberg-Aus zur Folge hatte.
Im Performancefactor-Lager mussten die Gruppen 5 und 4 zusammengelegt werden. Der Sieger dieser Konstellation hieß Moritz Minichberger im Honda Civic Type R. Er gewann sicher vor Karl-Heinz Schlachter mit seinem BMW 2002tii Alpina, der als Zweiter bester KW 8V-Trophy Pilot seiner Klasse war, und Rookie Alexander Thrun (Renault Clio 2 Cup).
Die Pf 3b glänzte mit reichlich Turbo-Power. Pascal Ehrmann siegte hier mit seinem Subaru Impreza WRX STI klar vor Daniel Müller (BMW M140i) und Sabine Göhrig im Ford Focus ST.
Den Family-Team Audi TT pilotierte beim Schweiz-Gastspiel Sven Prinzing. In der Pf 1 traf ihn das Schicksal des Alleinunterhalters. Was ihn nicht davon abhielt, von Lauf zu Lauf immer bessere Zeiten zu erzielen.
Nach dem Rennen ist vor dem Rennen, aktuell muss das heißen „vor den Rennen“. Denn die nächsten beiden stehen schon unmittelbar vor der Tür. Am kommenden Wochenende (12.-14.06.) steht Glasbach auf dem Programm, das zur FIA European Hill Climb Championship zählt. Auch danach bleibt Thüringen absolut im Fokus der Gipfelsprintfreunde. Vom 19. bis 21. Juni ist in Heilbad Heiligenstadt das Ibergrennen angesagt. Das heißt im Klartext, der Juni bietet am laufenden Band Bergrennsport der Extraklasse. Dazu seid ihr alle herzlich eingeladen, liebe NSU-Bergpokal und KW Berg-Cup Fans und Freunde.
Uli Kohl, 09.06.2026
Bekannt war es schon länger, jetzt kann es auch offiziell bestätigt werden.
Erstmals ist das Bergrennen Oberhallau (28.-30.08.) für beide Divisionen auch ein Lauf zur Deutschen Automobil-Berg-Meisterschaft (DBM).
Durch die traurigen Ereignisse in Eschdorf, wo kein Rennlauf zu Ende gefahren werden konnte, ist die Veranstaltung in Luxemburg aus dem Kalender gefallen. Das bedeutet, dass die Option eines DBM-Streichergebnisses offen geblieben ist. Für den NSU-Bergpokal und den KW Berg-Cup bleibt es bei der Wertung der acht punktbesten Resultate.
Uli Kohl, 02.06.2026
Sie ist klein, aber fein. 23 Autos hat sie im Gepäck. Das Ziel liegt in der Schweiz, im Kanton St. Gallen, Toggenburg ist die genauere Regionsbestimmung. Vom Südufer des Bodensees aus ist es etwa noch eine Autostunde bis zum Ort des Geschehens. Von Hemberg aus ist eine atemberaubende Rundumsicht auf die umliegenden Berge zu genießen.
Aber wir wollen hier nicht in Tourismus machen, sondern in Rennsport. Die Piste misst 1,758 Kilometer. Die haben es allerdings absolut in sich, fordern vom Start weg einfach alles. Millimetergenaues Fahren ist angesagt. Ganz besonders im unteren Streckenteil, der sich teils eng, teils schnell präsentiert. Dabei ist es immer kurvig. Eine Schlüsselstelle ist die 180-Grad-Kehre am Rütelirank, sie liegt etwa in der Mitte der Strecke. Danach wird es mit dem Sprint ins Ziel richtig schnell. Pro Tag gibt es drei Läufe, los geht’s jeweils schon um 7:30 Uhr. Das Feld 3, zu dem NSU-Bergpokal und KW Berg-Cup zählen, ist kurz vor 9 Uhr erstmals unterwegs. Untergebracht ist unsere Reisegruppe in St. Peterzell. Die insgesamt knapp 230 Rennautos verteilen sich auf drei Ortschaften, Bächli und Hemberg selbst sind die weiteren Destinationen. Erstmals in diesem Jahr greifen Wolfi Glas (VW Polo 16V), Alex Thrun im Renault Clio 2 Cup, Moritz Minichberger (Honda Civic Type R) und Edi Bodenmüller mit dem 2,5-Liter Opel Kadett C Coupé 16V ins KW Berg-Cup Geschehen ein. Und Nicole Prinzing übergibt das Cockpit des Audi TT an ihren Mann Sven.
Der letzte Auftritt unserer Reisegruppe ist sonntags für 15:33 bis 16:17 Uhr geplant. Schon kurz danach findet mitten in St. Peterzell vor dem Landgasthof Schäfle die Siegerehrung statt. Neben dem Rennfeld gibt es in Hemberg Renntaxis, Karts sowie Show- und Werbecorsos. In Verbindung mit der wunderschönen Landschaft, der präzisen Organisation, der freundlichen Aufnahme, dem prickelnden Rennsport und den positiven Eindrücken des Vorjahres vergeben wir für Hemberg das Prädikat „sehr empfehlenswert“. Also nichts wie hin, liebe NSU-Bergpokal und KW Berg-Cup Fans und Freunde. Bis dann!
Uli Kohl, 02.06.2026
Tja, Überraschungen gab es echt viele. Eine davon betrifft das traditionell eher launische Wetter. Das sich diesmal stabil, trocken und vor allem heiß präsentierte. Was die Wahl der passenden Reifen erleichterte, und erkenntnisbringende Setup-Arbeiten zuließ. An jedem der beiden Veranstaltungstage gingen die drei geplanten Auffahrten trotz relativ vieler, glücklicherweise harmloser, Vorfälle über die 1,640 Kilometer kurze Strecke, deren zahlreiche Kurvenkombinationen und Kehren hohe Anforderungen an die Piloten stellten. Für die 107 gestarteten Rennfahrenden galt beim 62. ADAC/EMSC Wolsfelder Bergrennen der Modus „die besten zwei aus drei Rennläufen“. Okay, ihr fragt jetzt zurecht nach den weiteren Überraschungen, liebe Leser. Lasst uns diese daher ab sofort gemeinsam im Renngeschehen suchen.
Das beginnen wir, ganz gemäß der Startreihenfolge, mit dem NSU-Bergpokal. In dem Jörg Höber, der schon mehrere Jahre kein volles Rennprogramm mehr absolviert hatte, auf Anhieb im ersten Trainingsdurchgang die Bestzeit setzt. Übrigens im TT von Dieter Kohl, mit dem Jörg in der gerade laufenden 25. NSU-Bergpokal Saison ein Team bildet. Sofort danach übernimmt allerdings Jannik Hofmann die Spitze, sprintet zum klaren Sieg. Im ersten Race-Heat verbessert er so ganz nebenbei den 2018 von Jörg Davidovic aufgestellten NSU-Bergpokal Streckenrekord um 0,165 Sekunden auf 1:12,511. Als Zweiter fliegt Jörg Höber über die finale Ziellinie, ihm folgt Uwe Schindler mit etwas Respektabstand. Die Ränge vier und fünf gehen an Senior Werner Voigt und Youngster Laurin Krystofiak. Zusätzlich darf sich Jörg Höber über den größten NSU-Klassikwertungspokal freuen, die Ränge zwei und drei gehen hier an Walter Voigt und Roman Szott.
Jetzt Trommelwirbel für die nächste Überraschung, eine volle Klassik-Klasse bis 1150 Kubik-Zentimeter. Fünf Fahrzeuge nehmen in dieser das Training auf. Leider muss Jürgen Heßberger seinen Fiat 127 Sport Martini Racing nach den Übungsauffahrten zurück ziehen. Schaltprobleme sind der Grund dafür. Zwei Schneider Audi 50 fühlen sich derweil für die Pace zuständig. Tobias Stegmann und Bernd Deutsch belegen, getrennt durch 2,596 Sekunden, die Plätze eins und zwei. Rolf Rauch beendet sein Wolsfeld-Wochenende im Fiat 128 Rally als Dritter, Jennifer Kaufel-Meier fährt ihren Fiat 850 auf Position vier. Tobi Stegmann hat damit seine klare Ansage vom Samstagabend perfekt umgesetzt: „Ich bin hierhergekommen, um zu gewinnen!“
Wir könnten nun hier kurz diskutieren, ob 14 angereiste 1400er tatsächlich eine Überraschung sind oder nicht, befassen uns aber lieber direkt mit dem Rennen. Marcel Hellberg sitzt in der Eifel erstmals als Teampartner von Markus Hülsmann im Cockpit dessen VW Golf 1 16V, treibt diesen und sich selbst zu Höchstleistungen, gewinnt 2,685 Sekunden vor Steffen Hofmann (NSU TT 16V). Der muss sich mächtig strecken und im Finale eine Fabelzeit auf die Piste zaubern, um diesen zweiten Rang zu erreichen. Schlussendlich beendet er das Rennen 0,128 Sekunden vor Thomas Pröschel, der mit dem VW Schneider Corrrado 16V nach Auffahrt zwei den Stecker ziehen und sich abmelden muss. Hinter dem Spitzentrio läuft ein superspannender 8-Ventiler Krimi. Die Hauptdarsteller heißen Frank Lohmann, Nils Abb, Philipp Plein und Simon Markert, die in der genannten Reihenfolge die Positionen vier bis sieben beziehen. Sie liegen innerhalb eines Fensters von nur 1,756 Sekunden zusammen. Ihrem Frontmann, Frank Lohmann, fehlen nebenbei bemerkt auf den Dritten, Thomas Pröschel, lediglich knappe sieben Zehntel. Für Nils Abb ist Wolsfeld ein Rennen mit Handicap. Im zweiten Run macht eine Antriebswelle des Schneider Polo schlapp. Bis zum Finale ist zwar alles wieder in Ordnung, den 1400er KW 8V-Trophy Sieg kann er aber Frank Lohmann nicht mehr entreißen.
1,6-Liter sind in der Eifel Mangelware. Nur Robert Maslonka rollt seinen VW Polo 86C G60 an den Start. Das Regelbuch sagt klar: Zusammenlegung mit den 2-Litern. Das schreckt Robert nicht ab, sein Einsatz wird mit Podestplatz drei belohnt. Vor ihm platzieren sich Werner Weiss (Ford Escort RS 1800) und Lars Heisel, der mit seinem Opel Böhm Kadett 16V Superzeiten auf die Strecke zaubert und die Klasse gewinnt. Auf Position vier kreuzt Youngster Marvin Ruwe im VW Minichberger Golf 1 GTI 16V die Ziellinie.
Drei Opel Kadett gegen einen BMW. Das ist die Story der Abteilung bis 3000 Kubik. Als Favorit gilt Michael Ostermann im C Coupé 16V. Dieser Rolle wird er voll gerecht. Er gewinnt vor Marken- und Typenkollege Thomas Claus, der nach dem Wechsel vom 2- auf ein 2,5-Liter 16V Aggregat sein erstes KW Berg-Cup Rennen bestreitet. In der Kadett C Frank Limousine ist Roland Christall in seiner Klasse Dritter und KW 8V-Trophy Sieger. Rang vier geht an André Bunte, der im BMW E30 unterwegs ist.
Für Frank Bamberg ist Wolsfeld ein Rollout. Denn seine vorhandene, einem BMW M4 entnommene Technik, hat er nun in eine E36 Coupé Karosse implantiert. Daher hat er die Neuschöpfung auf den Namen BMW E36 M4 R Coupé getauft. Leider fristet er das Dasein eines Alleinunterhalters. Von Lauf zu Lauf wird er beständig schneller, nur im letzten Run ist er nicht mehr mit von der Partie.
Damit von den Hubraumklassen zu den nach Performancefactor (Pf) unterteilten Abteilungen. Die mit neun Autos besetzte 5c entscheidet Youngster Fabian Brügge mit seinem BMW E36 325i für sich. Herbert Schmitz fährt im Opel Astra GSi einen hervorragenden zweiten Platz heraus. Rang drei geht an den Luxemburger Chris Koenig (Citroen Saxo VTS), Axel Milek wird im VW Golf 1 8V Vierter, Rookie Marco Wöhr pilotiert seinen Opel Astra F GSi 16V zu Rang fünf.
Die 5b sieht den Sieg des Belgiers Jean-Francois Lepot im Peugeot 205 junior. Mit ihm steigen Kira Gerspacher (VW Golf 3 GTI) als Zweite und Roman Ahke (Opel Corsa B GSi) als Dritter aufs Podium. Jürgen Thieme (VW Lupo GTI) beendet sein Wolsfeld-Wochenende auf Position vier.
Fesselnd verläuft das Duell um den Gewinn der Klasse 5a. Der routinierte Walter Terler (Opel Kadett C Coupé) muss alle Register ziehen und im dritten Run eine Topzeit fahren, um Leopold Gast mit seinem Renault Clio 4 Cup um winzige 0,260 Sekunden hinter sich zu halten. Wobei Leopold unter dem Druck stand, im dritten Lauf absolut fehlerlos und schnell agieren zu müssen, da er in seine zweite Auffahrt einen kleinen Fehler eingebaut hatte. Rang drei holt sich Johannes Dambach (Nissan Micra) vor Thomas Flik im Renault Clio 3 Cup, der dem Franzosen Romain Fontanelle im Peugeot 205 exakt 35 Tausendstelsekunden voraus ist.
Auch in der 4b ist es ganz vorne ultraeng. Final trennen 1,143 Sekunden den Sieger Jens Weber (Opel Kadett C Coupé 16V) vom Zweiten. Das ist Jürgen Gerspacher im ex-Wolfi Glas VW Golf 1 16-Ventiler. Rang drei sichert sich als schnellster KW 8V-Trophy Mann der 4b Stefan Schäfer in seiner bewährten, selbst aufgebauten Opel Kadett C Limousine.
Die 4a erlebt die Auseinandersetzung zwischen Andy Heindrichs (Opel Wiebe Corsa 16V) und Ralph Paulick im VW Minichberger Golf 1 16V. Die Entscheidung fällt final hauchdünn um 0,476 Sekunden zugunsten von Andy Heindrichs. Den dritten Platz auf dem Podium holt sich Ralf Kleinsorg mit seinem Sechszylinder BMW 325i.
Mit drei 1:09er Zeiten gewinnt Bob Kellen die 3b. Sein Arbeitsgerät ist ein im Rallye-Trimm gehaltener Gruppe 4 Ford Escort RS 2000. 2,099 Sekunden dahinter läuft Pascal Ehrmann mit seinem Subaru Impreza WRX STI als Zweiter ein. Rang drei geht nach Belgien, an Eddy Harlaux im radikal umgebauten Simca Busa. Karl-Heinz Müller hadert mit technischen Problemen seines BMW M140i. Dennoch rettet er Position vier.
3a-Doppelsieg für die Familie Orth. Junior Patrick gewinnt vor Papa Ralf (beide Porsche 911 GT3). Luxemburgs Steve Jung folgt im Seat Leon Cupra TCR als Dritter. Leider ist Patrick nur in den zwei ersten Auffahrten dabei, das Getriebe bereitet Sorgen in Form von Geräuschen, die es nicht produzieren sollte. Zur Sicherheit wird im dritten Heat nicht mehr angetreten, was, wie wir noch sehen werden, Auswirkungen auf die Tourenwagen-Gesamtwertung hat.
„The flying Finn is back“ betiteln wir die Pf 2. Bis Freitagabend hat Mikko Kataja an seinem Toyota Starlet unermüdlich geschraubt, die KW Berg-Cup Sponsorenkleber bringt er spät am Samstag an. Den Trainingssonntag nutzt er als Rollout und Test, lässt da noch Michel Fernandes im Porsche 992 GT3 Cup generös den Vortritt. Am Rennmontag allerdings dreht Mikko voll auf, demonstriert die Vorzüge seines V8-Motors, gewinnt mit einem Polster von 3,446 Sekunden vor dem Luxemburger GT3-Piloten. Gegen die beiden an der Spitze findet selbst Charles Valentiny trotz richtig hoher Motorenpower in seinem Allrad getriebenen Subaru Impreza WRX STI kein Mittel, der Luxemburger muss sich mit Position drei zufrieden geben.
In der Pf 1 teilt Nicole Prinzing das Schicksal von Frank Bamberg bei den Klassikern über 3-Liter Hubraum. Mit ihrem bärenstarken Audi TT ist sie leider allein unterwegs, verliert dadurch aber nichts an Motivation, wird auf dem ihr neuen, tricky Kurs von Lauf zu Lauf deutlich schneller.
Stichwort schnell, das ist die perfekte Überleitung zum Tourenwagen-Gesamt. Das sich in Wolsfeld spannend wie selten zuvor präsentiert. Der Infight läuft zwischen Michael Ostermann (Opel Kadett C GT/E), Patrick Orth im Porsche 997 GT3 Cup und Mikko Kataja mit seinem Toyota Starlet V8. Die erste Auffahrt sieht Patrick Orth vorne. Im zweiten Heat fährt er 1:05,730, verbessert sich damit um 0,287 Sekunden. Danach zieht ihn die böse Defekthexe aus dem Verkehr, sie nagt am Getriebe. Was Patrick vielleicht noch hätte leisten können, bleibt Spekulation. Wir aber halten uns strikt an die Fakten. Und die besagen, dass alle drei innerhalb von 0,168 Sekunden liegen. Mit Patrick an der Spitze, gefolgt von Mikko und Michael. Patrick kann jetzt nur mehr beobachten. Michael gelingt ein optimaler Lauf. Seine 1:05,388 sind die schnellste Tourenwagenzeit des Wochenendes. Die Formel „die besten zwei aus drei“ bringt ihn an die Spitze, er gewinnt vor Patrick und Mikko. Die finalen Abstände? 0,318 Sekunden liegen zwischen dem 2,5-Liter Kadett und dem 997 GT3 Porsche. Mikkos Toyota folgt im Windschatten, 0,168 Sekunden fehlen auf Patrick. Das Tourenwagen-Podest Fenster ist 0,486 Sekunden klein. In der Gesamtwertung sind das die Positionen acht, neun und zehn. Viertschnellster der Division 1 ist im 1600er Opel Wiebe Corsa 16V Andy Heindrichs, Fünfter Ralph Paulick mit seinem VW Golf 1 Minichberger 16V.
Lasst uns noch schnell die E2-SH Renner betrachten, bei denen David gegen Goliath gewinnt. Im knapp über 500 Kilo wiegenden und etwas über 200 PS starken Silver Car S2 Evo hält Marco Farrenkopf die beiden von Ford-Fünfzylindermotoren angetriebenen Lamera Cup Autos von Thierry Schloesser und Gilles Bruckner hinter sich.
Ohne Wetterfrosch zu sein wage ich die Prognose: Der Juni wird heiß! Sportlich gesehen auf jeden Fall. Denn er führt den NSU-Bergpokal und den KW Berg-Cup ins schweizerische Hemberg (05.-07.), nur eine Woche später gehts zum Europa-Berg-Meisterschaftslauf an den Glasbach (12.-14.) und vom 19. bis zum 21. Juni steht das Ibergrennen im Kalender. Bitte notiert euch – falls noch nicht geschehen – diese Termine, liebe NSU-Bergpokal und KW Berg-Cup Freunde. Besucht die Rennen, ihr unterstützt damit die Veranstalter und uns vom Berg-Cup e.V. Wir freuen uns auf euch, bis dann!
Uli Kohl, 27.05.2026
Nur eine Woche nach dem 24-Stunden Rennen auf dem Nürburgring verlagert sich das Fan-Interesse lediglich gut eine Autostunde südwestlich nach Wolsfeld. Dort, in der Nähe von Bitburg, geht vom 23. bis zum 25. Mai das 62. ADAC/EMSC Wolsfelder Bergrennen in Szene. Mit der Zeitaufteilung genüsslicher Fahrerlagerbummel am Samstag, dann Training sonntags und Rennen am Pfingstmontag. Gefahren werden jeweils drei Läufe, deren Beginn auf 8:00 Uhr festgelegt ist. Vor den Fahrerinnen und Fahrern liegt dann die mit 1,64 Kilometern kürzeste Strecke im Kalender. Die es aber mit ihrem tricky Layout, den ineinander übergehenden, engen Kurven und Kehren, absolut in sich hat. Es gibt keine Möglichkeit zum Entspannen, und natürlich auch keinen Platz für Fehler, nicht einmal für die allerkleinsten. Dass von den drei Race-Heats lediglich die besten zwei zur Wertung herangezogen werden, beruhigt die Aktiven nur minimal. Denn man weiß im Vorhinein ja nie wirklich genau, was der Rennverlauf so alles an Unwägbarkeiten bereit hält.
Auf die Fans wartet ein sehenswerter Mix aus Fahrzeugen, insgesamt sind beim Veranstalter Eifel Motor Sport Club Bitburg e.V. im ADAC knapp 160 Nennungen eingegangen. 115 davon betreffen das Rennen auf Bestzeit, für das sich wieder erfreulich viele Gipfelstürmer aus Luxemburg angemeldet haben, für die es in der Eifel ebenfalls um Zähler zu ihrem Championat geht. Im so entstandenen, über 90 Fahrzeuge starken Tourenwagenfeld der Division 1, gehören mehr als die Hälfte der Teilnehmer zum NSU-Bergpokal und zum KW Berg-Cup, dessen neu geschaffene Division Klassik dazu den Löwenanteil beiträgt, darunter zu finden eine mit fünf Rennern aufwartende 1150er-Klasse. Die unmittelbar danach startende 1,4-Liter-Abteilung bildet mit 14 Fahrzeugen die zahlenmäßig stärkste Abordnung des Rennens. Hier wird es in Abwesenheit des VW Minichberger Scirocco Teams Armin Ebenhöh/Tobias Mayer sicherlich einen hochinteressanten Fight um den Klassensieg geben. Auch in allen weiteren Hubraum- und Performancefactor-Abteilungen ist Action und Spannung vorprogrammiert. Greifen doch einige Gipfelsprinter erst jetzt ins Geschehen der Saison 2026 ein. Darunter zum Beispiel der fliegende Finne Mikko Kataja mit seinem V8 befeuerten Toyota Starlet.
Um über Zwischenstände in NSU-Bergpokal, KW Berg-Cup und DBM zu sprechen ist es jetzt noch etwas zu früh. Eine erste, wirklich solide Betrachtung dürfte Ende Juni ins Auge zu fassen sein. Also dann, wenn nach Wolsfeld die Rennen Hemberg in der Schweiz (05.-07.06.) sowie die Thüringer Events Glasbach (12.-14.06.) und Iberg (26.-28.06.) gelaufen sind.
Vorher treffen wir uns aber auf jeden Fall in Wolsfeld, in der oder auf ein Bit, das es ja übrigens auch alkoholfrei gibt. Wir vom Berg-Cup e.V. und der Eifel Motor Sport Club Bitburg würden uns auf jeden Fall über euren Besuch riesig freuen, liebe NSU-Bergpokal und KW Berg-Cup Freunde und Fans. Also bis dann!
Uli Kohl, 19.05.2026